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Ostermiething



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Marktgemeinde Ostermiething

Die Marktgemeinde Ostermiething im politschen Bezirk Braunau liegt auf einer Seehöhe von 423 Metern und umfasst eine Gesamtfläche von 21,70 km². Zirka 3000 Menschen wohnen im Gemeindegebiet.

Geschichtliches

Die ältesten uns bekannten Bewohner in unserer Gegend waren die Illyrer und Kelten, die hier in der Mitte des ersten Jahrtausends vor Christus Norikum gründeten, von dem unsere Gegend der nordwestlichste Teil war.
Kurz vor Christi Geburt unterwarfen die Römer Norikum und hinterließen ihre Spuren. Auch durch Ostermiething führte eine Römerstraße, die Salzburg (Juvavum) mit Passau (Bojodurum) verband.
In der Zeit der Völkerwanderung wurden die Kastelle der Römer zerstört und der Germanenfürst Odoaker übernahm im 5. Jahrhundert die Herrschaft über unser Land.
Die Baiwaren besiedelten im 6. Jahrhundert das Gebiet an Salzach und Inn wieder dauerhaft.
 
Eine gerodete Bergkuppe, unweit der Salzach, erhielt damals den Namen „Ostaramundigon“. Ostara war die Frühlingsgöttin und mundare bedeutete roden. Somit war der Name unserer Heimat geschaffen.
Nach einer anderen Theorie soll der Name vom Besitzer des Grundstückes, Ostermunt, hergeleitet sein.
 
Mit dem heiligen Rupert fand um zirka 700 auch das Christentum Einzug in unsere Gegend. In Ostermiething soll damals schon eine Taufkapelle gestanden sein.
Urkundlich erwähnt finden wir Ostermiething erstmals im Jahre 740. Herzog Odilo verschenkte einen Hof zu Ostermuntingin an die Zelle des heiligen Maximilian in Bischofshofen.
Der Agilolfinger Herzog Tassilo III. hat, nach einer Marmortafel in der Ostermiethinger Pfarrkirche, 748 erstmals in Ostermiething Urkunden ausgestellt.
Karl der Große zerschlug mit der Absetzung Tassilos III. das mächtige Herzogtum der Bayern und Ostermiething wurde eine königliche Pfalz der Franken.
Ab 900 fielen immer wieder die Magyaren in unser Land ein, verwüsteten und plünderten es. Erst in der Schlacht am Lechfeld (955) wurden sie endgültig besiegt.
 
976 beginnt die selbstständige Geschichte Österreichs, die zuerst durch die Babenberger (976 bis 1246) und nach einer Zwischenherrschaft durch Przemysl Ottokar durch die Habsburger (1282 bis 1918) getragen wurde.
 
In den nächsten Jahrhunderten wechselten die Besitzverhältnisse in unserer Gegend sehr häufig. Genaueres ist in den Festschriften von 1928 und 1978 nachzulesen.
 
Bis zum Jahre 1355 soll in Ostermiething, als einer Unterabteilung des Landgerichtes Weilhart, auch Gericht gehalten worden sein.
 
1462 wurde der Pfarrhof (heute Altbau des Alten- und Pflegeheimes) errichtet. Die noch wunderbar erhaltenen Fresken geben interessantes Zeugnis der damaligen Zeit, der Kultur, des Lebens des Klerus, des Adels und der einfachen Leute und der politischen Anschauung des damaligen Pfarrers Taubenprunner.
 
Ein Dokument, das sich im Pfarrarchiv befindet, bestätigt, dass bereits 1580 in Ostermiething Schule gehalten wurde.
 
Am 23. Oktober 1611 zogen 20.000 Soldaten unter der Führung des Herzogs Max von Bayern durch Ostermiething, einen Tag, nachdem dieser Tittmoning erobert hatte. Sein Zug führte ihn weiter nach Salzburg, wo der Erzbischof Wolf Dietrich, nach missglückter Flucht, bis zu seinem Lebensende auf Hohensalzburg eingekerkert wurde.
 
Auch der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) ging nicht spurlos an Ostermiething vorbei. Truppendurchmärsche belasteten die Bevölkerung, und die ausgedienten Soldaten, an ein zügelloses Leben gewöhnt, drangsalierten die Bewohner.
 
Zum Leid des Krieges kam nun auch die Pest. Es wird berichtet, dass bei den Epidemien 1634/35 und 1649/50 in der Pfarrei Ostermiething und in den umliegenden Pfarreien 750 Personen gestorben seien.
Vom Pestausbruch 1680 schien unsere Pfarre verschont worden zu sein.
In den Jahren 1713 und 1714 wütete die Seuche ein letztes Mal in unserer Gegend. Das Ostermiethinger Territorium wurde gänzlich abgeschlossen und Grenzwachen aufgestellt, damit sich die Pest nicht weiter ausbreite. 120 Personen starben. Besondere Verdienste erwarb sich damals der Kooperator Josef Aichpointner, der die Seelsorge der Kranken übernahm. Auch er wurde Opfer. Eine Gedenktafel an der Ostermiethinger Kirche erinnert an ihn.
 
Am 10. August 1676, dem Laurenzitag, fand die feierliche Grundsteinlegung für den Bau einer neuen Pfarrkirche statt, da das alte Gotteshaus im Laufe der vielen Jahrhunderte schadhaft und baufällig geworden war. Die neue Kirche wurde über die alte gebaut und diese erst 1679 niedergerissen. Die Weihe erfolgte am 29. September 1682 durch Johann Franz von Preysing, Fürstbischof von Chiemsee.
 
Von besonderer Bedeutung für unsere Gegend war das Jahr 1779. Nachdem zwei Jahre vorher das bayerische Herrscherhaus ausgestorben war, wollte Kaiser Josef II., Mitregent von Maria Theresia, dieses Ereignis zu einer Gebietserweiterung nützen. Dies hätte aber sicherlich einen Krieg mit Friedrich II. von Preußen bedeutet. Maria Theresia, damals schon alt und kränklich, entzog sich dem Blutvergießen und schloss den Frieden zu Teschen, in welchem sie sich mit dem Erwerb des Innviertels zufrieden gab. Am 29. Oktober ritt der Kaiser auch durch Ostermiething und besichtigte dabei seine neuen Ländereien.
 
Während der Napoleonischen Kriege kamen Salzburg, das Inn- und Hausruckviertel wieder an Bayern. Die zeitweise bei uns einquartierten Franzosen verübten viele Gräueltaten, die Bevölkerung wurde geknechtet, das Vieh aus den Ställen gerissen und das Land ausgebeutet. Als endlich Napoleon besiegt war, wurde beim Wiener Kongress 1815 der alte Zustand wieder hergestellt.
 
1841/42 wurde die Gemeinde Ostermiething mit der Stadt Tittmoning durch eine hölzerne Brücke verbunden und so der Grundstock für ein nachbarschaftliches Miteinander gelegt.
 
Der Erste Weltkrieg kostete 54 Ostermiethingern das Leben auf den Schlachtfeldern Europas. 1920 wurde für sie ein Kriegerdenkmal errichtet.
 
Am 6. Dezember 1927 beschloss der Oberösterreichische Landtag die Erhebung Ostermiethings zur Marktgemeinde.
Am 17. April 1928 wurde in Ausführung des Landtagsbeschlusses von 1927 von der oberösterreichischen Landesregierung das Ostermiethinger Wappen verliehen.
Die offiziellen Feierlichkeiten zur Markterhebung fanden am 17. Mai 1928 statt.                                                                                  
Zur Erklärung des Wappens:
In Beziehung zum Alter der Ansiedlung ist das Wappen in einer traditionellen Form gehalten. Das rechte obere Feld (Silber und Blau) erinnert daran, dass Ostermiething Jahrhunderte lang zu Bayern gehörte. Das obere linke Feld (Rot-Silber-Rot) kennzeichnet die Zugehörigkeit zu Österreich. (Sollte jetzt jemand glauben, die Seiten seien verwechselt worden, so stimmt das nur auf den ersten Blick. In der Heraldik steht man bei der Beschreibung eines Wappens nämlich nicht vor, sondern hinter dem Wappen.)
Das Fußfeld mit dem grünen gekuppten Berg und der aufgehenden Sonne ist eine Darstellung für Ostermundingen, der Ansiedlung auf dem ostgelegenen Berg. Eine andere Deutung zielt auf die der Frühlingsgöttin Ostara geweihte gerodete Bergkuppe hin (mundare bedeutet soviel wie roden).
Das in lateinischer Sprache gehaltene Spruchband heißt übersetzt: „Richtet recht, ihr Menschensöhne“. Es weist darauf hin, dass Ostermiething alter Gerichtssitz war und hier bis 1355 Recht gesprochen wurde.
 
Der Zweite Weltkrieg hinterließ auch in unserem Ort tiefe Spuren und mehr als 100 Bewohner fielen den Kriegswirren zum Opfer.
Mit viel Fleiß und Arbeitseinsatz der Bevölkerung wurden die schwierigen Nachkriegsjahre überwunden.
 
Mit dem Beginn des Kohleabbaus in Trimmelkam verlagerte sich auch in unserem Raum die Beschäftigung weg von der Landwirtschaft. Viele Menschen zogen zu.
Einen weiteren Einschnitt brachte der Bau des OKA-Dampfkraftwerkes im Jahre 1969. Das Gebäude steht zwar auf dem Gemeindegebiet von St.Pantaleon, viele darin arbeitende Menschen siedelten sich aber im Gemeindegebiet von Ostermiething an.
 

 

 

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