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Aigen / Bad Füssing



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Willkommen in Bad Füssing -
im führenden Heilbad Europas, bekannt für sein heilsames Wasser, aber auch für seinen einzigartig rasanten Aufstieg vom Weiler zum Weltbad.

Wenn Ihnen förmlich "alle Knochen weh tun" oder das Wetter nicht mitspielt, dann gönnen Sie sich und Ihrem Körper eine kurze Auszeit und geniessen Sie die Wirkung unseres heilkräftigenThermalwassers. Für Sie liegt das Gute zum Greifen nah, probieren Sie es einfach aus, danach fällt das Weitergehen umso leichter. Badehose/-anzug einpacken! (Kein Verleih!)

Die Kette im Wappen steht für die Aigener Leonhardi-Wallfahrt, die geöffneten Kettenenden sind Sinnbild für Befreiung von Leid und körperlichem Gebrechen - und dafür steht auch unser Wasser. Deshalb unser Leitsatz für VIA NOVA:


Bad Füssing ist eine Großgemeinde, folgende Ortsteile werden Sie auf IHRER VIA NOVA kennenlernen:

Safferstetten 

Historiker berichten, 725 habe der hl. Valentin in Safferstetten während einer Reise Rast gemacht. 735 schenkte Bayernherzog Hugibert das umfangreiche Gut an das Hochstift Salzburg, wo der Ort erstmals urkundlich erwähnt ist. Die Bischöfe verliehen das Gut an Ministerialien weiter, deren Nachkommen mit der Zeit zu reichen Grundherren aufstiegen. Die hier herrschenden Parnhamer nannten sich  "Edle von Safferstetten" . Im 15. Jh. erwarben dann die Edlen von Kuchel die Hofmark Safferstetten. Da die Brüder keine Erben hatten, vermachten sie Safferstetten den Chorherren in Mattighofen. Das benachbarte Riedenburg ging an Passau. Mattighofen tauschte Safferstetten wiederum beim Passauer Bischof gegen Reding ein und so gehörten letztendlich Riedenburg und Safferstetten beide dem Fürstbistum Passau und bildeten hier eine Enklave. Der nahegelegene Weiler Füssing unterstand dem Kurfürstentum Bayern.

In Safferstetten soll es ebenso wie in Riedenburg (Bild rechts) ein Schloß gegeben haben,
leider hat es keinerlei Spuren hinterlassen. 1803 kam das Hochstift Passau zu Bayern. Füssing gehörte fortan zur Gemeinde Safferstetten.

Die Kirche St. Andreas, bereits im Hochmittelalter errichtet, brannte zweimal ab, wurde aber immer wieder instand gesetzt. Den Bau des Kirchturms ermöglichte ein Darlehen aus Aigen, 
zur Renovierung der Kirche benutzte man die Ziegel des abgebrannten Schlosses Riedenburg. Kirchlich gesehen gehörte Safferstetten zur Pfarrei Würding. Erst 1921 wurde Safferstetten zur eigenen Pfarrei erhoben und 1977 in Heilig Geist Bad Füssing umbenannt. 

Bad Füssing

Ganze 6 Bauernhöfe und 38 Einwohner zählte der Weiler Füssing, als man 1937 im Auftrag der Reichsbodenforschung hier nach Erdöl und Erdgas suchte. In ca. 1000m Tiefe wurde man nach 7 Monaten fündig: 56 °C heißes Thermalwasser von strenger Geruchsnote schoß aus dem Bohrloch hervor. Die Mineralölgesellschaft war ebenso wenig begeistert wie das Reichsbäderkuratorium, das gerade die böhmischen Bäder dem Volk zugängig gemacht hatte. Man entschied, die Quelle wieder zu schliessen.

Nach Kriegsende öffnete der Grundbesitzer die Quelle wieder und nutzte sie für seine eigenen Zwecke, die Einheimischen durften auch darin baden. Auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorstes Waldstatt befand sich ein Flüchtlingslager unter amerikanischer Leitung. Die Lagerinsassen brachte man zur täglichen Reinigung nach Füssing in provisorisch errichtete Waschbaracken (Bild mitte). Schnell  wurden die Gesundheitsoffiziere des Lagers auf die Heilwirkung des Wassers aufmerksam. 1952 eröffnete das balneologischen Institut der Universität München in Füssing eine Aussenstelle und 1953 stand die große Heilwasseranalyse, die dem Füssinger Wasser seine herausragende Heilkraft bestätigte und die bis heute Gültigkeit besitzt.

1955 erfolgte die Gründung der privaten Betreibergesellschaft "Thermalbad Füssing GmbH", welche der Mineralölindustrie die Rechte auf die Quelle abkauften. Ein Zweckverband wurde gegründet, die Planung des Kurortes in München bei Städteplanern in Auftrag gegeben und nach einer Baulandumlegung umgesetzt. 1961 eröffnet der Zweckverband das Kommunale Kurmittelhaus. Der Andrang auf die Therme wurde immer größer, woraufhin der Freistaat Bayern 1963 eine zweite Quelle erbohrte. Bereits 1964 folgte Quelle Nr. 3, vom Ärzteehepaar Drs. Zwick privat erschlossen. 1969 wurde offiziell der Titel "Bad" verliehen.
1971 und `72 legte man die bis dahin eigenständigen Gemeinden Aigen, Egglfing, Würding und Safferstetten zur Großgemeinde Bad Füssing zusammen. Die Gästezahlen stiegen von Jahr zu Jahr, Hotels und Pensionen sprossen wie Pilze aus dem Boden, Bad Füssing boomte. Mehrfach wurden über 3 Millionen Übernachtungen verzeichnet.


Heute zählt die Gemeinde Bad Füssing 6600 Einwohner und knapp 15000 Gästebetten. Für unsere Gäste steht aber vor allem anderen eines an erster Stelle und ist der Grund, warum ihr Weg sie immer wieder nach Bad Füssing führt: die einzigartige Heilkraft des schwefelhaltigen Thermal-Mineralwassers.

S. Östreicher aus München plante die katholische Hl.Geist Kirche, die 1967 fertiggestellt wurde. Der Glockenturm ist freistehend, die moderne Hallenkirche mit offener Satteldachkonstruktion und Holzverkleidung verfügt über eine hervorragende Akkustik, zahlreiche Konzerte finden hier jährlich statt.
1972 wurde die evangelische Christuskirche nach Plänen von Professor Kurt Ackermann aus München erbaut. Im Innenraum befinden sich seit 1994 fünf moderne großformatige Gemälde von Christian Ludwig Attersee, einem der bedeutendsten europäischen Maler der Gegenwart.

Egglfing
4km vom Ortskern entfernt liegt die Ortschaft, die aus einem Einödhof entstand, der Meierhof genannt wurde und Sitz des major domus war. Freier Ekiolf und seine Nachkommen gaben dem Ort seinen Namen. Graf Machelm verschenkte Egglfing an das Hochstift Passau und fast 1000 Jahre blieb es in dessen Besitz. Egglfing gehörte mit Aufhausen, Aigen und Irching zum stephanischen Aigen und war eng mit Obernberg verbunden, das bis 1779 ebenso Teil der Passauer Enklave war.
Die Lage am Inn bestimmte das Leben, er war Hauptverkehrsader: Salz und andere Güter wurden auf Zillen und Plätten zunächst nur flussabwärts transportiert.
Später gab es die sog. Treidelzügen, die erst von Menschen, dann von Pferden flussaufwärts gezogen wurden.


4km vom Ortskern entfernt liegt die Ortschaft, die aus einem Einödhof entstand, der Meierhof genannt wurde und Sitz des major domus war. Freier Ekiolf und seine Nachkommen gaben dem Ort seinen Namen. Graf Machelm verschenkte Egglfing an das Hochstift Passau und fast 1000 Jahre blieb es in dessen Besitz. Egglfing gehörte mit Aufhausen, Aigen und Irching zum stephanischen Aigen und war eng mit Obernberg verbunden, das bis 1779 ebenso Teil der Passauer Enklave war.
Die Lage am Inn bestimmte das Leben, er war Hauptverkehrsader: Salz und andere Güter wurden auf Zillen und Plätten zunächst nur flussabwärts transportiert.
Später gab es die sog. Treidelzügen, die erst von Menschen, dann von Pferden flussaufwärts gezogen wurden.

Eine Fähre zwischen Obernberg und Egglfing gab es schon seit 1180, die heutige Innbrücke wurde erst 1965 erbaut. Hochwasser gehörte zum Jahresverlauf wie die Jahreszeiten, bevor man ab 1859 das Ufer befestigte. 1940 begann der Bau des Innkraftwerkes, der Fluß wurde 10 bis 12 m angehoben. 1944 ging man mit einer Turbine ans Netz, weitere folgten 1951 mit der Fertigstellung der benötigten Inndämme.

Die Innschiffahrt fand mit dem Bau der Staustufen ihr Ende. Aber ein Ende bedeutet immer zugleich einen Anfang:
mit den Stauseen erholte sich die Natur allmählich wieder von den vergangenen Eingriffen. Heute befinden wir uns inmitten des Naturreservates "Unterer Inn". Ein Paradies für Vögel, zehntausende ziehen jährlich auf ihrem Weg in den Süden durch dieses Gebiet, machen Rast und schöpfen neue Kraft für ihren weiteren Weg. Über 300 Arten wurden gezählt, Hauptreisezeit ist Oktober und November.



Die Kirche St. Michael wurde 1450 bereits spätgotisch erbaut. Ein Sturm beschädigte den spitzen Kirchturm, die Kirche erhielt eine Barockhaube. Erst seit 1978 glänzt darauf ein Kupferblechdach. Die Kirche war erst Filiale von Aigen, wurde später selbständig. Seit 1971 ist Egglfing ein Teil der Großgemeinde Bad Füssing.

Aigen

Funde deuten darauf hin, daß dieses Gebiet bereits 700 v.Chr. besiedelt war. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Aigen 1010 durch die Schenkung Kaiser Heinrichs II. an seine Tante Heilika, Äbtissin im Kloster Niedernburg in Passau. Seit 1193 gehörte Aigen mit Egglfing und Obernberg zum Hochstift Passau. Während Egglfing und Obernberg ihre Einnahmen der Innschiffahrt verdankten, hatte Aigen eine eigene Quelle des Wohlstands: die Wallfahrt zur Kapelle des hl. Leonhard.

1166 erhob Bischof Reginbert Aigen zur Pfarrei und löste es von Würding, deren Filiale es bisher war. 1180 bis 1250 erbaut man eine steinerne romanische Kirche. 1470 wurde Aigen zur Hofmark, die Wallfahrt nach Aigen nahm stetig zu. Bischof Ulrich von Nußdorf richtete ein Pflegamt ein und ließ einen mächtigen Tuffsteinquader für den Pfleger erbauen. Im Erdgeschoss befanden sich Stallungen und eine Taverne, im ersten Stock wohnte der Vogt und es gab einen Gerichtsraum. Darüber waren Lagerräume für die Naturalien der Zehentabgaben, so erhielt der Bau den Namen Getreidekasten bzw. Zehentstadel.


Die alte Ortsbezeichnung Aufhoven verschwand mit der Zeit, der Name Aigen setzte sich durch. 1470 bis 1518 wurde die neue Pfarrkirche St. Stephan gebaut, welche die Zugehörigkeit zu Passau bekundete. Um 1460 wurde die Leonhardikirche neu zweischiffig erbaut, 1500 kam schon ein zweiter Chorraum hinzu. Der Turm ist 60m hoch, die Kirche ist von einer Mauer umschlossen, innerhalb der früher der Leonhardiumritt abgehalten wurde. Der Kirchenbesitz wuchs durch die Wallfahrten ständig an, in Notfällen half man, sogar die Passauer Bischöfe liehen sich von Aigen Geld aus.

In der Leonhardikirche brachten die Wallfahrer die verschiedensten Opfer dar, bis Ende 18. Jh. waren es noch lebende Gänse und Hühner, die man drei mal um den Altar trug und dann durch ein Loch im Chor in einen ausserhalb befindlichen Stall laufen liess. Mit Pferden umritten die Bauern drei mal die Kirche. Die Aigener Schmiede fertigten kleine eiserne Opfertiere, die man kaufen konnte und dann opferte. Besonders große Figuren aus dem 16. Jh. heißen Würdinger: Kohlmannl, Rahnagl, Weiber- Lienel, Manner-Lienel, Gwandzreißer, Fatschenkindel. Beim Würdinger-schutzen stemmte man die Eisenopfer hoch, die schwerste Figur wiegt knapp drei Zentner. Auch kopfüber konnte man werfen, allerdings nur mit reiner Seele konnte dies gelingen!!

1704 liess Fürstbischof Johann Philipp Graf von Lamberg in Aigen ein bescheidenes Pflegschlößl erbauen (Bauherr der Residenz in Passau). Sein Nachfolger Leopold Ernst von Firmian war begeistert von Aigen. Die Pfleger kamen ins Benefiziatenhaus, das Pflegschlößl baute Firmian zum prunkvollen Lust- und Jagdschloss aus und liess einen 2. Stock aufsetzen. Ein eigener Falkner betreute seine Raubvögel, Jagdrevier waren die Innauen. Durch die Säkularisation fiel das Schloß an den Staat, 1810 brannte das Schloß mehr als zur Hälfte ab, der 2. Stock wurde nicht wieder hergestellt. Bis 1972 war ein Kloster der englischen Fräulein darin untergebracht, seit 1977 residiert darin der Nachwuchs der Gemeinde: der Kindergarten hat hier sein Zuhause gefunden.

Ein eigenes Kapitel in Aigens Geschichte ist das Bild von Benefiziat Dullinger, der Hans Birndorfer den Weg ins Kloster weist. Dieser pilgerte regelmäßig von Parzham nach Aigen, um dort zu beichten und zu beten oder um an der Messe teilzunehmen. 1934 wurde Bruder Konrad heiliggesprochen. Eine Reliquie des Heiligen befindet sich im Chorraum der Wallfahrtskirche.

Der Heimat- und Trachtenverein hat in Aigen ein Gebäude errichtet, in der Heimatgeschichte, Brauchtum und Kultur gezeigt werden. Darin finden Sie auch das Leonhardimuseum. Unter www.leonhardimuseum.de können Sie noch mehr über die Aigener Leonhardilegende, über den Hl. Leonhard von Noblac und den Aigener Leonhardi-Ritt erfahren. Die Aigener "Inntaler Buam" haben den Umritt und Festzug wiederbelebt, organisieren jedes Jahr das Leonhardifest am ersten Sonntag im November.

Aigen wurde 1972 als letzte Ortschaft Teil der Großgemeinde Bad Füssing.