Kontakt Impressum

Diskussionsforum

Autor Nachricht
Franz Muhr 
Tageswanderung Innerschwand -Oberwang
geschrieben am: 2007-08-08 22:46:08
Atme auf, war das Thema einer Tageswanderung, welche am 17. Juni 07, beim Bauernhof des Pilgerbegleiters Franz Muhr, gestartet wurde. Der Wald wird oft als unsere "grüne Lunge" bezeichnet, daher wurde das Thema und der Termin bewußt, am Ende der Woche des Waldes gewählt. Die beschriebene Wegstrecke, dieser Pilgerung, führt auch großteils durch den Wald.
Gemeinsam mit der Pilgerbegleiterin Maria Anna Abelein, machte sich die Gruppe, nach dem üblichen Empfangszeremoniell, auf den Weg. Vorbei an der benachbarten Autobahnraststätte führte der Weg, mehr oder weniger steil, bergan. Nach einer halben Stunde waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schon so gut miteinander bekannt, so dass Maria Anna mit einer Atemübung, auf das nun folgende Gehen im Schweigen, einstimmen konnte. Zwei mal eine halbe Stunde beobachteten, bei diesem Schweigegang, alle ihren Atem. Bewusst wurde das Atmen wahrgenommen. Fragen wie: was erleichtert oder erschwert mir das Atmen, versuchte man, für sich, zu beantworten. Besonders das letzte Stück vor der Radstattkapelle ist ziemlich steil, und brachte viele außer Atem. Aber, bei der erwähnten, Radstattkapelle angekommen,ist dann der schwertse Teil dieser Wanderung überwunden. Eine Yogaübung, von Maria Anna, brachte dann die verdiente Entspannung und Auflockerung.
Bei sonnigem und angenehm warmen Wetter, rasteten wir an diesem ruhigen Ort und stärkten uns mit der mitgebrachten Brotzeit.
Bevor wir unsere Pilgerwanderung wieder fortsetzten, gab es in der Kapelle aufmunternde Gedanken und das Lied: "Der mich atmen lässt", begleitete uns, von nun an, den ganzen Nachmittag. Bei jeder Rastpause sangen wir 2 - 3 Stophen davon.
Von nun an ging auch unser Weg wieder bergab. Im gegenseitigen Austausch, zu zweit oder zu dritt, besprachen wir die gewonnenen Eindücke vom Schweigemarsch.
Um ca. 14.30 h erreichten wir die, etwas außerhalb von Oberwang gelegene Pilgereinkehr "Fideler Bauer". Dieses Gasthaus hat deshalb die Bezeichnung aus der gleichnamigen Operette, weil der Roider Hansl, welcher Leo Fall zu diesem Stück inspirierte, hier gelebt hat.
Frisch gestärkt, mit Speis und Trank, brachen wir auf, um das letzte Stück unseres Weges in Angriff zu nehmen.
Die Konradkirche, nahe Oberwang, war das nächste Ziel. Das Besondere an dieser Kirche, welche dem seligen Abt Konrad aus Mondsee geweiht ist, sind die Kirchenfenster. Gestaltet wurden diese Fenster von Lydia Roppold. Diese, schon verstorbene, Künstlerin hatte neben der Konradkirche ihr Atlier.
Die beschriebenen Kirchenfenster stellen Szenen aus dem Leben des seligen Konrads dar.Sie erzeugen, durch die Sonneneinstrahlung, ein vielfärbiges Licht, dass den Kirchenraum und auch uns Pilger, mit einer sehr wohltuenden Stimmung erfühlte.
Die nächste halbe Stunde Gehzeit, bis zum Konradbrunnen, nutzten wir noch einmal zum Schweigen. Der Qelle beim Konradbrunnen, wird heilkräftige Wirkung auf die Augen zugeschrieben. Deshalb machten wir hier das Ritual des Augenwaschens, um "sehend" zu werden, einen klaren Blick zu bekommen, für dass, was uns aufatmen lässt.
Vier Kilometer Fußweg lagen noch vor uns. Zuerst ging`s noch ein Stück weit durch einen beispielgebenden Plenterwald. Hier erlebten wir in eindrucksvoller Weise, wie uns "Bruder Baum" mit dem lebensnotwendigen Sauerstoff versorgt, aber auch wie verletzlich das Ökosystem Wald sein kann.
Sobald wir den Wald hinter uns gelassen hatten, holte uns wider der Alltag ein. Geschäftiges Treiben auf den Heuwiesen und der Lärm von der Autobahn waren wieder allgegenwärtig. Als Entschädigung dafür, durften wir die Gastfreundschaft der am Pilgerweg Wohnenden und auch überraschende Begegnungen erleben.
Wieder beim Ausgangspunkt angelangt, gab`s ebenfalls eine Überraschung. Maria Muhr, die Gattin des Pilgerbegleiters Franz Muhr, hatte unterm Nussbaum schon einen Tisch gedeckt. Essen und trinken, an diesem gemütlichen Platz, mit Blick auf den Mondsee und die umgebenden Berge, sind eine Labung für Körper und Seele. Deshalb waren auch die Strapazen des Weges schnell wieder vergessen.
Was aber bleibt, ist das Gemeinschaftserlebnis, die Begegnung mit, zum Teil, fremden Menschen und die Tatsache, ein Stück näher zu sich selbst gefunden zu haben. Das ließ alle befreit aufatmen.
Antworten auf diesen Beitrag: